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26. September 2011 10:41

Stärkung und Anstöße

Katholische Jugend zieht Bilanz des Papstbesuches.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zieht eine gemischte Bilanz des Besuches von Papst Benedikt XVI. in Deutschland. „Der Glaube in Deutschland kann durch die Impulse von Papst Benedikt gestärkt werden“, bilanziert BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Es war ein Glaubensfest und ein Zeugnis, wie vielfältig, bunt und wichtig der Glauben für viele Menschen in Deutschland ist. Der Besuch hat gezeigt, dass vielen Glaube und Kirche trotz aller Schwierigkeiten immer noch am Herzen liegt. Gleichzeitig bleibt bei jungen Menschen der Wunsch nach Veränderungen bestehen.“

Die herausragende und verbindende Botschaft sei, dass Benedikt XVI. bei jeder Gelegenheit klar gemacht habe, worauf es ankomme: auf Gott und den Menschen. „Das ist die Botschaft: Der Glaube an Jesus Christus und die Frage, wie wir ihn leben, muss Grundlage unseres Handelns sein. Das ist für jede und jeden Einzelnen wichtig, aber auch für die Frage, wie sich Kirche in Zukunft weiter entwickelt, wie wir Ökumene gestalten, wie wir Politik machen und wie wir uns in Gesellschaft einbringen“, so Tänzler.

Zu viel Strukturen und zu wenig Glauben?

Im Treffen des Papstes mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken sieht Dirk Tänzler eine Wertschätzung der Vielfalt der deutschen Kirche und der Arbeit der Laien. Die Kritik, die Papst Benedikt an der Geistlosigkeit von Strukturen äußerte, ordnet Tänzler so ein: „Einerseits sind Strukturen unverzichtbare Leitplanken für das Handeln aus dem Glauben heraus. Die Jugendvigil, Katholikentage, Gemeindearbeit, Jugendarbeit wären ohne sie nicht in dieser Form möglich. Andererseits dürfen sie kein Selbstzweck sein, sondern nur Mittel zum Zweck, das mahnt der Papst zu Recht an“, so Tänzler. Gleichzeitig habe der Papst seine Kritik nicht allein auf Verbände und Laienorganisationen bezogen, sondern auf alle kirchlichen Strukturen in Deutschland.

Bei Jugendlichen sei der Besuch auf ein unterschiedliches Echo gestoßen. „Junge Katholikinnen und Katholiken sind sehr verschieden. Der Papstbesuch war für manche das absolute Highlight. Das ist aber eher eine Minderheit in der katholischen Jugend. Die meisten fanden es okay, dass der Papst da war“, schätzt BDKJ-Bundesvorsitzende Ursula Fehling ein. Die Mehrheit sähe es pragmatisch: Sie sind in der Kirche aktiv und leben gleichzeitig in Diskrepanz zur Lehrmeinung und zum Papst – wie viele Ältere auch. „Dennoch waren viele Jugendliche bei den Veranstaltungen, weil diese Events einen spüren lassen, dass ich als Katholikin und Katholik nicht alleine bin.“

Ermutigende Worte, tolle Bilder: Vor allem die Vigil am Samstagabend mit tausenden Jugendlichen hat gezeigt: „Kirche ist auch jung und Jugendliche können, wollen und werden diese Kirche aktiv mitgestalten“, so BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp. Viele hätten nicht nur die Kerzen sondern auch die Worte des Papstes „Ihr seid das Licht der Welt“ mit nach Hause mitgenommen, so Rapp. Gleichzeitig hätten die Jugendlichen ein beeindruckendes Glaubenszeugnis abgelegt und deutlich gemacht, wie eng Glaube, das Engagement in einem Jugendverband oder als MinistrantIn und das Engagement für diese Welt verbunden sind. Der BDKJ in Freiburg, der Vigil und Jugendprogramm zusammen mit der Abteilung Jugendpastoral des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes organisiert hatte, habe beispiellos gezeigt, dass Liturgie Spaß macht, wenn sie junge Menschen selbst mitgestalten.

Keine Revolution, Hoffnung auf Dialogprozess

Fahnen, jubelnde Jugendliche und der Papst: Die Bilder und die Stimmung erinnerten an die Weltjugendtage. Gleichzeitig gab es einen Unterschied. „Hier konnten ihn Jugendliche näher erleben, auch weil er in ihrer Sprache gesprochen hat. Die Liturgie war etwas lockerer und mehr zum mitmachen. Papst Benedikt tut sich mit dem Hype um seine Person schwer, er will keinen Personenkult. Dadurch ist er authentisch. Und das fasziniert junge Leute“, so Rapp. 

Auf die Frage nach Veränderungen in Kirche sagt Tänzler: „Wir gehören zu denen, die keine Revolution erwartet haben - und von daher sind wir auch nicht enttäuscht.“. Wie nachhaltig der Besuch sei, werde sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Trotz der päpstlichen Mahnung zur Treue: „Die Wünsche nach Veränderungen in Kirche, nach Gleichberechtigung von Männern und Frauen, nach mehr Mitsprache von Laien und eine moderne Sprache in der Kirche bleiben. Vielleicht sind sie noch stärker geworden, weil die Situation durch den Besuch stärker im Bewusstsein ist.“

Die Konzerthausrede des Papstes und viele Impulse seiner Reden, böten gute Grundlage, um den Dialogprozess zwischen Bischöfen und Laien voranzutreiben und zu konkreten Ergebnissen zu führen. „Wir nehmen den Papst beim Wort und werden uns fragen: Was will Christus, was sagt unser Glauben, wie Kirche morgen aussehen soll“, so Tänzler. „Darauf gibt es nicht nur vorgefertigte Antworten.“


(Quelle: BDKJ Bundesverband) 
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    In allen KSJ-Einrichtungen können SchülerInnen aus unterschiedlichen Kulturen sich kennen lernen, entfalten sowie Verantwortung für Planung und Gestaltung der KSJ übernehmen. [mehr zur KSJ]