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5 Fragen an

5 Fragen an ... Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier

Volker Bouffier ist seit über 30 Jahren politisch aktiv. Zunächst in seiner Heimatstadt Gießen. Mit 31 Jahren ist er Abgeordneter im Hessischen Landtag geworden. Vor seiner Wahl zum Hessischen Ministerpräsident am 31. August 2010 war er elf Jahre Hessischer Innenminister. Wir haben mit ihm gesprochen.

BDKJ:  In wenigen Wochen finden in Hessen wieder Kommunalwahlen statt. Leider findet man auf den Listen der Parteien und Wählervereinigungen wieder nur vereinzelt junge Menschen. Wie ist das mangelnde Interesse an Kommunalpolitik Ihrer Meinung nach zu erklären?

Bouffier: Ich denke, dass wir in Hessen eine beachtliche Anzahl Jugendlicher haben, die sich mit großem Engagement auf unterschiedlicher Ebene einsetzen, sei es im Bereich der Jugendorganisationen der politischen Parteien, der Jugendparlamente oder auch in der Schule auf der Ebene der Klassen- und Schulsprecher. Dieses Interesse müssen wir fördern und stärken, wobei das Vertrauen in die eigene Kompetenz und der Wunsch, etwas verändern zu wollen, im Mittelpunkt stehen. Denn: Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist der Schlüssel zu einer demokratischen Gesellschaft.


BDKJ: Könnte die geringe Anzahl Jugendlicher, die sich in ihrer Heimatgemeinde engagieren, auch am mangelnden Vertrauen der Parteien und Wählervereinigungen ihnen gegenüber liegen? Ist es nicht oft so, dass lieber ein Rentner als ein Jugendlicher angefragt und auf die Liste gesetzt wird?

Bouffier: Nein, ich denke, so pauschal kann man das nicht sagen. Zuerst einmal ist es ja so, dass man in Deutschland mindestens mit dem Erreichen der Volljährigkeit gewählt werden kann. Wenn sich ein Heranwachsender aber ernsthaft und verlässlich in seiner Gemeinde engagiert, wird er ebenso wie ein älterer Mitbürger Akzeptanz finden und als Kandidat vorgeschlagen werden, davon bin ich überzeugt. Außerdem ist es wichtig, den jungen Menschen eine Chance zu geben.


BDKJ: Was viele nicht wissen: Am Tag der Kommunalwahl haben die Menschen auch die Möglichkeit, über eine so genannte Schuldenbremse abzustimmen. Was steckt hinter dieser Abstimmung und warum ist sie so wichtig?

Bouffier: Eines meiner wichtigsten Ziele ist die Rückführung der Staatsverschuldung, der wir über die im März zur Abstimmung stehenden Schuldenbremse ein Stück näher gekommen sind. Die reichste Generation aller Zeiten hat die größten Schulden aller Zeiten gemacht. Hier muss ein Paradigmenwechsel erfolgen. Im Sinne der Verantwortlichkeit für kommende Generationen wollen wir über eine Volksabstimmung im Rahmen der Kommunalwahl den hessischen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, direkt und unmittelbar diese Weichenstellung vorzunehmen. Die Schuldenbremse ist nötig, damit eine Politik zulasten der Kinder in unserem Land nicht mehr möglich ist. Landesregierung und Landtag werden damit verpflichtet, ab dem Jahr 2020 keine neuen Schulden zu machen. Dies ist gerade für jungen Menschen wichtig.


BDKJ: In den Jugendverbänden des BDKJ Limburg engagieren sich täglich hunderte Jugendliche im sozialen Bereich. Leider nimmt die Bereitschaft sich dauerhaft zu engagieren aber immer weiter ab. Wie kann man aus Ihrer Sicht diesem Trend begegnen und wie kann die Landesregierung verstärkt das Ehrenamt fördern?

Bouffier: Der Staat kann den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht verordnen. Aber er kann vieles dafür tun, dass Räume für das zwischenmenschliche Miteinander geschaffen werden. Viele Menschen engagieren sich in Hessen ehrenamtlich für unser Gemeinwesen und ermöglichen uns, eine Gemeinschaft zu erleben, stabile soziale Verhältnisse zu haben und dadurch unsere Potentiale maximal ausschöpfen zu können.
Wir möchten deshalb als Landesregierung diese Strukturen, eine Kultur des Helfens, stärken, die den Menschen in Hessen nicht zuletzt auch ihr Selbstvertrauen geben. Die Vereine sind dabei ein maßgebliches Fundament - sie führen die Menschen zusammen und sind der Kitt unserer Gesellschaft. Sie geben der Gemeinschaft eine Identität und häufig ein Gesicht.
Diesen Einsatz der ehrenamtlich Engagierten in unserem Land zu würdigen, sie zu ermutigen und zu fördern, bleibt für uns eine besondere Verpflichtung, der wir unter anderem durch die Stärkung der von uns eingeführten Ehrenamtskampagne "Gemeinsam aktiv" Rechnung tragen werden.


BDKJ: Sie sind nun seit rund fünf Monaten im Amt. Was war ihr persönliches Highlight in den ersten Monaten?

Bouffier: Da hat es einige gegeben. Besondere Bedeutung haben für mich aber vor allem die zahlreichen Kontakte mit den hessischen Bürgerinnen und Bürgern, mit denen ich bei vielen Gelegenheiten im ganzen Land ins Gespräch komme.

 

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.

  • Wer wir sind:
    Die CAJ ist ein selbständiger Jugendverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Wir sind junge Menschen, die ihre Interessen und Fähigkeiten in einer lebendigen Gemeinschaft einbringen und sich für andere einsetzen.

    Für was stehen wir?
    Nach dem Vorbild unseres Gründers Joseph Kardinal Cardijn und aufgrund unseres christlichen Selbstverständnisses stehen bei uns die Einzigartigkeit, der Wert und die Würde jedes Einzelnen im Mittelpunkt. [mehr zur CAJ]

  • Wer sind wir:
    Die DPSG versteht sich als katholischer Kinder- und Jugendverband mit eigenen pädagogischen Zielen, der gleichermaßen Jungen und Mädchen anspricht und motiviert, miteinander das Leben für sich zu entdecken.

    Für was stehen wir/ was uns auszeichnet:
    Unser pädagogisches Ziel ist die Erziehung junger Menschen zur Selbständigkeit, Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Mitverantwortung, orientiert an vier pfadfinderischen Prinzipien. [mehr zur DPSG]

  • Wer wir sind:
    Die DJK ist der katholische Verband für Breiten- und Leistungssport. Auf dem Hintergrund der Lebensorientierung an den Werten der christlichen Botschaft, verstehen wir Sport als Dienst am Menschen. Wir sind die eigenständige Jugendorganisation des DJK-Sportverbandes.

    Für was wir stehen/ was uns auszeichnet:
    Im Sport wird jungen Menschen Leistungsbereitschaft und Disziplin gelehrt, aber auch Verantwortung füreinander zu übernehmen, Solidarität zu zeigen sowie Partnerschaft und Toleranz auszuüben. [mehr zum DJK]

  • Wer wir sind:
    Die J-GCL ist ein katholischer Schülerinnen- und Schülerverband. Alle Schulen mit J-GCL-Gruppen in den Diözesen Mainz, Limburg und Fulda haben sich zu einem Diözesanverband zusammengeschlossen, der sich J-GCL Region West nennt.

    Für was wir stehen wir/ was uns auszeichnet:
    Wir möchten den Lebensraum Schule mitgestalten und Erlebnisse und Erfahrungen bieten, die im "normalen" Schulalltag keinen Raum bekommen. [mehr zu den J-GCL]

  • Wer wir sind:
    Die KJG ist ein demokratischer Kinder- und Jugendverband. Wir ermöglichen Begegnung, schaffen (Frei-) Räume und bieten Orientierung auf der Grundlage des Glaubens und christlicher Grundwerte.

    Für was wir stehen/ was uns auszeichnet:
    Wir setzen uns ein, für gleiche Entfaltungsmöglichkeiten von Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, für Kinderrechte und -mitbestimmung, für die Umwelt sowie für Gerechtigkeit und Frieden, vor Ort und in der Welt. [mehr zur KJG]

  • Wer wir sind:
    Die Kolpingjugend ist eine Gemeinschaft von jungen Menschen bis 29 Jahren und Teil des Kolpingwerkes. Wir sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Gesellschaft und Kirche aktiv mitgestalten.

    Für was wir stehen/ was uns auszeichnet:
    Wir packen Themen in Kirche, Gesellschaft und Politik an und setzen uns so mit der Situation junger Menschen in der Arbeitswelt auseinander. [mehr zur Kolpingjugend]

  • Wir wir sind:
    Die KSJ ist ein Zusammenschluss von Schüler/innen für Schüler/innen. In Frankfurt betreut die KSJ Schülerinnenreffpunkte und ein Mädchenkulturzentrum mit unterschiedlichen pädagogischen Schwerpunkten.

    Für was wir stehen / was uns auszeichnet:
    In allen KSJ-Einrichtungen können SchülerInnen aus unterschiedlichen Kulturen sich kennen lernen, entfalten sowie Verantwortung für Planung und Gestaltung der KSJ übernehmen. [mehr zur KSJ]