Frage: Herr Prälat Sayer, Biosprit – das klingt doch gut. Was haben Sie dagegen?
Sayer: „Biosprit“ klingt in der Tat gut – es wäre schön, wenn es tatsächlich Biosprit wäre. Wir reden bei Misereor von Agrosprit. Wir kritisieren auch nicht die Mobilität der Menschen, die wir als etwas Bereicherndes ansehen. Vielmehr möchten wir den Blick auf die Perspektive der Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika lenken.
Frage: Was hat der neue Kraftstoff mit der Situation der Menschen in armen Ländern zu tun?
Sayer: Die in der EU vorgeschriebene zehnprozentige Beimischungsquote ist gut gemeint. Aber niemand hat sich Gedanken gemacht, wo diese 10 Prozent produziert werden sollen. Auf den landwirtschaftlichen Flächen der Bundesrepublik allein ist das nicht möglich. Wir sind deshalb auf Ethanol-Importe aus Brasilien, Lateinamerika, Afrika und Asien angewiesen. Wenn nun aber beispielsweise Regenwald abgeholzt wird, um die Fläche für energieträchtige Plantagen zu nutzen, wird etwas 300 Mal mehr Kohlendioxid freigesetzt als durch Ethanol eingespart wird. Anders als der Name „Biosprit“ verspricht, verbessert er nicht die Klimabilanz.
Frage: Welche Auswirkungen hat das auf die Ernährungssituation?
Sayer: Die Flächen für die Nahrungsmittelproduktion und für den Anbau der Energiepflanzen konkurrieren miteinander. So stellen wir z.B. in Brasilien fest, dass in den Gebieten, wo der Zuckerrohanbau gefördert wird, der Bohnen – und Reisanbau zurückgeht. Es fehlen erhebliche Flächen für die Nahrungsmittelproduktion, die Preise steigen, und die Armen können sich die Bohnen nicht mehr leisten. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Armen immer höhere Nahrungsmittelpreise zahlen müssen, damit sich andere an der finanziell attraktiveren Ethanolproduktion bereichern können.
Frage: „E10“ ist in der Regel preiswerter als herkömmliche Super-Kraftstoff.
Angesichts der hohen Spritpreise werden in Zukunft wohl doch mehr Menschen aus Kostengründen „E10“ tanken. Müssen sie ein schlechtes Gewissen haben?
Sayer: Wir dürfen nicht die Interessen der deutschen Verbraucher gegen die Interessen der Armen in den Südkontinenten ausspielen. Es kann aber auch nicht sein, dass Hunger in Kauf genommen wird für günstigere Tankfüllungen. Es geht um das Recht der Armen auf eine gesicherte Ernährung.
Frage: Wie tankt man ethisch korrekt?
Sayer: Autofahrer stecken wirklich in der Klemme. Der Schwarze Peter geht eindeutig an die Autoindustrie und die Politik. Die Autoindustrie hat die Zeit verschlafen, konsequent Alternativen zu den herkömmlichen Verbrennungsmotoren zu entwickeln. Auch die Politik hätte früher konsequent handeln müssen, um eine nachhaltige Mobilität zu fördern. Deutschland hätte sich viel früher mit dem Thema beschäftigen müssen, wie man den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid und anderen Treibhausgassen nachhaltig verringern kann. Autofahrer können als Verbraucher Druck auf die Politik und die Autoindustrie ausüben, etwa durch Anruf bei ihren Abgeordneten, damit es zu einer Systemveränderung kommt und Nachhaltigkeit, Klimawandel und Armutsbekämpfung tatsächlich ernst genommen werden.
Mehr Infos zu MISEREOR findet Ihr unter www.misereor.de
Das Interview haben wir diesmal leicht gekürzt der KNA vom 11.03.11 entnommen.







Wer wir sind:
Die CAJ ist ein selbständiger Jugendverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Wir sind junge Menschen, die ihre Interessen und Fähigkeiten in einer lebendigen Gemeinschaft einbringen und sich für andere einsetzen.
Für was stehen wir?
Nach dem Vorbild unseres Gründers Joseph Kardinal Cardijn und aufgrund unseres christlichen Selbstverständnisses stehen bei uns die Einzigartigkeit, der Wert und die Würde jedes Einzelnen im Mittelpunkt. [mehr zur CAJ]
Wer sind wir:
Die DPSG versteht sich als katholischer Kinder- und Jugendverband mit eigenen pädagogischen Zielen, der gleichermaßen Jungen und Mädchen anspricht und motiviert, miteinander das Leben für sich zu entdecken.
Für was stehen wir/ was uns auszeichnet:
Unser pädagogisches Ziel ist die Erziehung junger Menschen zur Selbständigkeit, Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Mitverantwortung, orientiert an vier pfadfinderischen Prinzipien. [mehr zur DPSG]
Wer wir sind:
Die DJK ist der katholische Verband für Breiten- und Leistungssport. Auf dem Hintergrund der Lebensorientierung an den Werten der christlichen Botschaft, verstehen wir Sport als Dienst am Menschen. Wir sind die eigenständige Jugendorganisation des DJK-Sportverbandes.
Für was wir stehen/ was uns auszeichnet:
Im Sport wird jungen Menschen Leistungsbereitschaft und Disziplin gelehrt, aber auch Verantwortung füreinander zu übernehmen, Solidarität zu zeigen sowie Partnerschaft und Toleranz auszuüben. [mehr zum DJK]
Wer wir sind:
Die J-GCL ist ein katholischer Schülerinnen- und Schülerverband. Alle Schulen mit J-GCL-Gruppen in den Diözesen Mainz, Limburg und Fulda haben sich zu einem Diözesanverband zusammengeschlossen, der sich J-GCL Region West nennt.
Für was wir stehen wir/ was uns auszeichnet:
Wir möchten den Lebensraum Schule mitgestalten und Erlebnisse und Erfahrungen bieten, die im "normalen" Schulalltag keinen Raum bekommen. [mehr zu den J-GCL]
Wer wir sind:
Die KJG ist ein demokratischer Kinder- und Jugendverband. Wir ermöglichen Begegnung, schaffen (Frei-) Räume und bieten Orientierung auf der Grundlage des Glaubens und christlicher Grundwerte.
Für was wir stehen/ was uns auszeichnet:
Wir setzen uns ein, für gleiche Entfaltungsmöglichkeiten von Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, für Kinderrechte und -mitbestimmung, für die Umwelt sowie für Gerechtigkeit und Frieden, vor Ort und in der Welt. [mehr zur KJG]
Wer wir sind:
Die Kolpingjugend ist eine Gemeinschaft von jungen Menschen bis 29 Jahren und Teil des Kolpingwerkes. Wir sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Gesellschaft und Kirche aktiv mitgestalten.
Für was wir stehen/ was uns auszeichnet:
Wir packen Themen in Kirche, Gesellschaft und Politik an und setzen uns so mit der Situation junger Menschen in der Arbeitswelt auseinander. [mehr zur Kolpingjugend]
Wir wir sind:
Die KSJ ist ein Zusammenschluss von Schüler/innen für Schüler/innen. In Frankfurt betreut die KSJ Schülerinnenreffpunkte und ein Mädchenkulturzentrum mit unterschiedlichen pädagogischen Schwerpunkten.
Für was wir stehen / was uns auszeichnet:
In allen KSJ-Einrichtungen können SchülerInnen aus unterschiedlichen Kulturen sich kennen lernen, entfalten sowie Verantwortung für Planung und Gestaltung der KSJ übernehmen. [mehr zur KSJ]