"Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen."(Apg. 2, 1-4)
Das Pfingstfest gilt als Gründung der Kirche und wird 50 Tage nach dem Osterfest gefeiert. Diese Zeitspanne wurde aus der jüdischen Tradition übernommen. Dort wurde 50 Tage nach dem Passahfest (Feier des Auszugs aus Ägypten) das Fest der Gesetzgebung am Sinai (jüdisches Wochenfest Schawuot) gefeiert. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt. Pfingsten bildet im Kirchenjahr den Abschluss des Osterfestkreises.
Pfingsten in der Kirche ist das Fest des Heiligen Geistes, der auf die Apostel herabkam, als diese in Jerusalem versammelt waren (Apostelgeschichte 2). Lukas gebrauchte in seiner Darstellung Erzählelemente aus der jüdischen Tradition und nutze so die Gesetzgebung am Sinai (s. o.) für seine Schilderung der Geschehnisse am Pfingsttage. Er wollte so deutlich machen: was am Sinai für das jüdische Volk geschah, das wiederholte sich Pfingsten für alle Völker: eine neue Gesetzgebung, das Gesetz der Liebe für das neue Israel, die Kirche.
Heftige theologische Auseinandersetzungen gab es zwischen der Kirche im Westen und den orthodoxen Kirchen um die Frage, ob der Pfingstgeist nur von Gott, dem Vater, oder auch von seinem Sohn ausgeht; bis heute unterscheiden sich die Auffassungen; im Westen wird die Ausgießung des Heiligen Geistes auch als Werk Christi verstanden.
Im 6. Jahrhundert wurde eine Taube zum Symbol des Heiligen Geistes und damit auch für Pfingsten. Im Mittelalter wurde der Heilige Geist auch in menschlicher Gestalt dargestellt, Papst Urban VIII. untersagte im 17. Jahrhundert jedoch solche Darstellungen.
Von den alten Pfingstbräuchen haben sich lediglich noch Flur-Umritte und Wettersegen erhalten, gelegentlich werden Pfingstfeuer entzündet. In Vergessenheit geraten ist der mittelalterliche Brauch des Heiligen Geist Schwingens: Dabei wurde eine hölzerne Taube durch eine Öffnung der Kirchendecke herabgelassen und in Schwingung versetzt. Verbreitet war auch das Freilassen lebendiger Tauben, die während des Pfingstgottesdienstes den Kirchenraum durchflogen. Im Pantheon in Rom regnen zum Abschluss des Pfingstgottesdienstes tausende von roten Rosenblättern auf die Besucher herab. Die Rosenblätter sollen an die Feuerzungen erinnern, also an die Aussendung des Heiligen Geistes.
Textquelle: www.heiligenlexikon.de, www.wikipedia.de
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