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23. Juni 2017 10:33

BDKJ Limburg für Akzeptanz und Vielfalt

Auseinandersetzung mit der „Demo für Alle“

Limburg/Wiesbaden. Am Sonntag, 25. Juni 2017 findet in Wiesbaden eine sogenannte „Demo für Alle“ statt, die sich gegen vermeintlich indoktrinierende Sexualerziehung an hessischen Schulen richtet. Der Diözesanvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Limburg nimmt dazu Stellung:

Die katholischen Jugendverbände im Bistum Limburg stehen für Vielfalt ein und engagieren sich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, denn jeder Mensch ist wertvoll und besitzt unantastbare Würde. Aus unserem Glauben heraus sind wir überzeugt: Gottes Schöpfung ist bunt und vielfältig, jeder Mensch ist einzigartig und so, wie er*sie ist, von Gott angenommen. Es gibt nicht die Normalität oder die eine richtige Lebensform, sondern eine große Pluralität, auch hinsichtlich geschlechtlicher und sexueller Identitäten.

Trotz dieser realen Vielfalt erleben junge Menschen, die sich als schwul, lesbisch, bisexuell, transsexuell oder intersexuell wahrnehmen, oftmals Ausgrenzungen und Diskriminierungen. Eine frühe Aufklärung und altersgerechte Auseinandersetzung mit Fragen zur Sexualität, die Kinder und Jugendliche ohnehin beschäftigen, trägt dazu bei, Offenheit zu entwickeln und Vorurteile abzubauen. Wir begrüßen daher ausdrücklich einen Unterricht, der das Kennenlernen und die Akzeptanz sexueller Vielfalt fördert. Eine altersgerechte Sexualerziehung stärkt zudem Kinder und Jugendliche darin, ihre eigene Identität und ein Bewusstsein für sexuelle Selbstbestimmung zu entwickeln. Damit leistet sie einen Beitrag zur Prävention sexueller Gewalt.

Der BDKJ-Diözesanvorstand unterstützt deshalb den Aufruf des „Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt – gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“ zu einer Kundgebung für Akzeptanz und Vielfalt am 25. Juni in Wiesbaden (Beginn 13 Uhr am Hauptbahnhof).

Zugleich wissen wir, dass sich manche Christ*innen von Anliegen der „Demo für Alle“ wie der Stärkung von Familie angesprochen fühlen. Daher rufen wir dazu auf, genauer hinzuschauen, welche Werte und Grundhaltungen bei der „Demo für Alle“ vertreten werden. Das Eintreten für Ehe und Familie darf nicht bedeuten, andere Lebensformen zu diskriminieren und auszugrenzen. Wir fordern von allen Christ*innen, sich von Gruppierungen zu distanzieren, die inhaltliche oder personelle Nähe zu rechtspopulistischen Gruppierungen haben.