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10. April 2017 13:15

Limburg macht den Unterschied

Einen Nachmittag voller Unterschiede erlebten mehr als 350 Jugendliche beim Diözesanen Jugendtag am Freitag, 7. April in Limburg. Unter dem Motto "Make a difference" hatten Jugendeinrichtungen und -verbände des Bistums Limburg in Zusammenarbeit mit dem Referat Kinder, Jugend und Familie den Tag mit verschiedenen Workshops in der Limburger Innenstadt organisiert. Zum Abschluss feierten die Jugendlichen gemeinsam mit Bischof Georg Bätzing eine Vigil im Limburger Dom.

"Wir haben im Wahljahr 2017 bewusst ein politisches Thema gewählt", sagte David Schulke vom Dezernat Kinder, Jugend und Familie. "Wir wollen mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen. Dabei geht es um Fragen wie: Was kann einer alleine verändern? Wo mache ich persönlich einen Unterschied? Und welchen Unterschied macht Gott in meinem Leben?" In verschiedenen Workshops befassten sich die Jugendlichen beispielsweise mit dem Umgang mit Stammtischparolen oder dem Recyceln von alten Fahrradschläuchen und Shampooflaschen, um zu zeigen, dass auch kleine Dinge und Veränderungen den Unterschied machen können.

"Es gibt Unterschiede, die einen Unterschied machen. Etwas kompliziert, aber darauf kommt es eigentlich an", sagte Bischof Georg im Impuls während der Vigil. Er betonte, dass die europäische Kultur aus vielen Unterschieden gewachsen sei. Als Beispiele nannte er die Demokratie, die von den Griechen stammt, die Medizin, die die Asiaten entwickelten und das arabische Zahlensystem. "Gott macht Unterschiede. Nicht damit wir uns trennen und damit wir Grenzen ziehen, sondern damit wir vom Reichtum der anderen lernen und damit wir von unserem Reichtum etwas herschenken. Weil wir ahnen, zusammen sind wir stärker, miteinander sind wir mehr, größer, klüger, freier und gerechter. Gott macht Unterschiede, die einen Unterschied machen."

Firmlinge und rote Farbe

Unter den Jugendlichen waren Gruppen aus dem gesamten Bistumsgebiet und auch aus vielen katholischen Gemeinden anderer Muttersprache, beispielsweise aus der eritreischen, der vietnamesischen und der kroatischen Gemeinde. Vor allem aber waren es Jugendliche, die sich auf ihre Firmung vorbereiten. "Wir konnten uns im Rahmen unserer Firmvorbereitung aussuchen, ob wir zum Jugendtag fahren wollen oder nicht", sagte Johanna Pörtner aus Steinefrenz. "Mein Cousin hat mir gesagt, dass er schon mal hier war und es ihm gefallen hat und dann habe ich mir gedacht, ich fahre auch hin. Und ich finde es gut."

Die Jugendeinrichtungen und die Jugendlichen beteiligten sich zudem an einer deutschlandweiten Aktion, der Aktion Rote Hand. Das heißt, sie hinterließen mithilfe von roter Farbe einen Handabdruck auf einem Transparent als sichtbares Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Bereits bei der Eröffnung des Jugendtags hatten Susanna Schüller (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) und Bischof Georg Bätzing ihre Handabdrücke auf dem Transparent hinterlassen. Zur Vigilfeier wurden die Transparente um den Altar gelegt. (fes)