< Ich weiß, was ich will!
17. September 2014 14:27

Frohe Botschaft statt kleinlichen Verboten

BDKJ hofft auf konkrete Konsequenzen aus dem Dialogprozess

Magdeburg/Düsseldorf, 14. September. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) begrüßt, dass Reinhard Kardinal Marx während des vierten Gesprächsforums des bundesweiten Dialogprozesses in Magdeburg erste Schritte als Folgen des Gesprächsprozesses angekündigt hat.
„Auf vier Jahre intensiven Dialog müssen nun konkrete Ergebnisse folgen“, unterstreicht der BDKJ-Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner diese Ankündigung.

Marx hatte vor den rund 300 Delegierten, darunter auch zahlreiche Vertreter/-innen aus den Reihen des BDKJ, erklärt, dass der Gesprächsprozess nicht folgenlos bleiben werde. Ehrenlechner würdigte die neue Gesprächskultur, die durch den Prozess entstanden sei. „Es ist gut, dass die Kluft zwischen kirchlicher Lehre und Lebenswirklichkeit der Menschen nun offen zur Sprache kommt“, so Ehrenlechner. „Dieser Unterschied war ja auch ein wesentliches Ergebnis der weltweiten Umfrage des Vatikans zum Thema Familie. Nur wenn wir bereit sind, uns damit auseinandersetzen, können wir auch glaubwürdig als Kirche die frohe Botschaft verkünden.“ Der Bundesvorsitzende mahnte in diesem Zusammenhang, den Kern der christlichen Botschaft nicht mit innerkirchlichen Diskussionen zu verdunkeln, die auch für einen Großteil der Katholikinnen und Katholiken überhaupt nicht mehr nachvollziehbar seien. „Wir dürfen uns hier nicht im binnenkirchlichen Kleinklein verlieren“, so Ehrenlechner, „aus den viele Diskussionen müssen tatsächliche Konsequenzen erwachsen.“

Als erste Ergebnisse des Prozesses stellte Marx zur Beginn der Veranstaltung Änderungen beim kirchlichen Arbeitsrecht in Aussicht, wonach bestimmte persönliche Lebensverhältnisse zukünftig nicht mehr zwangsläufig als Loyalitätskonflikt zu bewerten seien. „Die Lebenswirklichkeiten der Menschen anzuerkennen und im kirchlichen Diskurs zur Sprache zu bringen, ist ein wichtiger Schritt, wenn wir glaubhaft Zeugnis ablegen wollen“, betont Ehrenlechner.

Positiv wertete Ehrenlechner auch Marx‘ Ankündigung Aufgaben in der Kirche zukünftig geschlechtergerechter zu besetzen. „Die katholischen Kinder- und Jugendverbände praktizieren das schon lange sehr erfolgreich“, so  Ehrenlechner, „wir hoffen, dass dieses Ziel auch rasch in allen Diözesen umgesetzt wird.“

Trotz der angekündigten Änderungen bleibt aus Sicht des BDKJ weiterhin viel Gesprächsbedarf. „Wir wünschen uns, dass die Deutsche Bischofskonferenz auch bei Themen  wie dem Zugang von Frauen zu Weiheämtern und in Fragen einer weiteren Demokratisierung der Kirche die Debatten nicht ignoriert und wir in einem guten Dialog darüber bleiben.“