< Flagge zeigen gegen Rechtspopulismus
02. Februar 2017 16:37

Kein Internet für Anglophone in Kamerun

Der Konflikt in Kamerun zwischen frankophonem und anglophonem Teil schwelt seit Jahren. Nachdem die Regierung im November französischsprachige Lehrer in die englischsprachigen Schulen schickte, traten Lehrer und Anwälte Ende November in Streik, der bis heute anhält. Kein Unterricht. Kein normaler Alltag. Und seit einigen Tagen auch kein Internet mehr. Das wurde von der Regierung in Yaoundé abgeschaltet.

Im Dezember gab es beim Einrücken von Militärkräften in Bamenda neben einigen Verletzten erste Todesopfer zu beklagen. Damals war die Stimmung hochexplosiv. Die Katholischen Bischöfe rufen in verschiedenen Schreiben und Veröffentlichungen zur Besonnenheit und gegen Gewalt auf. Am 22.12.16 haben sich die anglophonen Bischöfe in einem 13-seitigen, sehr analytischen und detaillierten Memorandum zur Historie und aktuellen Lage an den Präsidenten Kameruns, Paul Biya, gewandt. Einen Termin beim Präsidenten erhielten die Bischöfe allerdings nicht.

Im Bistum Limburg fühlen sich viele mit den Menschen in Kamerun verbunden. Seit drei Jahrzehnten sind die Diözesen Kumbo (im englischsprachigen Teil Kameruns) und Limburg partnerschaftlich und freundschaftlich verbunden. Die Eine Welt Gruppe in Frankfurt Unterliederbach rief dazu auf, sich dem Gebetsanliegen "NO VIOLENCE - keine Gewalt in Kamerun" anzuschließen. Die Wanderfriedenskerze von Pax Christi zieht derzeit gemeinsam mit den in Unterliederbach erarbeiteten Gebetsmaterialien wieder durch das Bistum Limburg und Menschen beten für eine friedliche und gewaltfreie Lösung des Konflikts im anglophonen Kamerun. (PM: Abteilung Weltkirche, Bistum Limburg)

Verschiedene Medien berichten über den Konflikt:

Deutsche Welle: Kein Internet für Anglophone in Kamerun

Mission 21 (Evangelisches Missionswerk Basel): Politische Unruhen in Kamerun

Neue Züricher Zeitung: Sprachenstreit zerreisst Kamerun

Unter dem Hashtag #BringBackOurInternet lässt sich die Diskussion um das abgeschaltete Internet im anglophonen Teil Kameruns auch auf der Twitter verfolgen.

Auch auf der Bistumshomepage ist ein Artikel über die Situation im englischen Teil Kameruns erschienen sowie ein Interview mit Bischof George Nkuo aus unserem Partnerbistum Kumbo.