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10. Dezember 2015 16:45

Sternsingen ist Kulturerbe!

Das Sternsingen ist Anfang Dezember in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden

Das „Sternsingen“ ist Anfang Dezember in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Dies teilte das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission heute dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ mit. Das Hilfswerk der Sternsinger hatte die Aufnahme des Brauchtums in das Verzeichnis im Frühjahr beantragt. Die Aufnahme wurde gestern von der Kultusministerkonferenz und von Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, bestätigt.

Zahlreiche Gratulanten: Die Freude ist groß!

„Ich bin sehr erfreut, dass der Einsatz der Sternsinger mit der Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes prominent gewürdigt wird“, so Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. „Die vielen engagierten Kinder, Jugendlichen und begleitenden Erwachsenen sind ein sichtbares Zeichen für eine aktive und bewegte Kirche in Deutschland, die einen alten Brauch lebendig fortführt in christlicher Nächstenliebe und Solidarität mit benachteiligten Kindern in aller Welt. Gerade das ehrenamtliche kirchliche Engagement wird mit der heutigen Entscheidung in besonderer Weise gewürdigt.“

Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des BDKJ, ergänzt: „Das ist eine wunderbare Anerkennung des Engagements vieler Kinder und Jugendlicher, die sich seit Jahrzehnten für Gleichaltrige und deren Anliegen einsetzen. Die Aktion Dreikönigssingen verbindet so das Engagement vor Ort mit dem Engagement für die Welt. Sie ist damit lokal und unmittelbar in der Begegnung, gemeinsam und global in der Wirkung. Diese Auszeichnung ist uns sehr wichtig, zeigt sie doch die kulturelle Vielfalt und den kulturellen Reichtum der Welt und damit aller Menschen.“

In der aktuellen Mitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission an das Kindermissionswerk heißt es zur Begründung unter anderem: „Das Expertenkomitee würdigt ihren Vorschlag als Heischebrauch zu karitativen Zwecken, der Anknüpfung zu Brauchformen zu anderen Zeitpunkten im Jahresverlauf sowie zu Praktiken in Nachbarländern hat. Die Dreikönigstags-Tradition ist damit Teil eines europäischen Brauchkomplexes. Als Titel wird ‚Sternsingen’ für verbindlich erklärt."

Hintergrund

Rund 948 Millionen Euro, rund 68.600 Projekte: Träger der Aktion Dreikönigssingen, in der das Sternsingen seit 1959 als Brauchtum zum Ausdruck kommt, sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start vor 56 Jahren hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 948 Millionen Euro wurden seither gesammelt, rund 68.600 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 57. Aktion zum Jahresbeginn 2015 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.515 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten mehr als 45,5 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.

© Titelfoto: Friedrich Stark / Kindermissionswerk